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Heibel Ticker - Update 06 (DAX)

- 20.5.2010 17:59
HeibelTicker Total posts: 88 - Mitglied seit: 29.1.2010

Heibel Ticker

Heibel Ticker

Börseninformationen verständlich aufbereitet

Wichtiger, als den neuesten "heißen Tipp" aufzuschnappen und Börsenentwicklungen hinterherzulaufen ist es, die Finanzwelt zu verstehen. So erkennen Sie neue Trends frühzeitig und können rechtzeitig Ihr Vermögen entsprechend investieren. Seit 1988 verfolgt Stephan Heibel aktiv das Börsengeschehen und erforscht stets die wahren Hintergründe von Kursbewegungen. Gründe, die Sie nur selten in den Massenmedien hören, geschweige denn verständlich aufbereitet bekommen. Vielleicht ist es sein Wesen als Diplom Volkswirt, dass er Zusammenhänge so lange durchleuchtet, bis eine schlüssige Erklärung erzielt wurde. Vielleicht ist es sein Interesse an seinen Mitmenschen, das ihn motiviert, verständliche Formulierungen zu finden.

"Es waren meine Leser, die mich seit meinen ersten, damals noch kostenfreien, Publikationen 1998 im größten deutschsprachigen Aktiennewsletter im Dialog durch Motivation und konstruktive Kritik dafür begeistert haben, Börseninformationen zu erstellen. Durch den direkten Kontakt mit meinen Lesern kenne ich Ihre vielfältigen Probleme und Fragen und kann so gezielt die Antworten finden."

Stephan Heibel





www.heibel-ticker.de
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1 Kommentare
1
1 von 1 - 20.5.2010 18:01
HeibelTicker Total posts: 88 - Mitglied seit: 29.1.2010
______________________________________________

H E I B E L - T I C K E R U P D A T E

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -

______________________________________________

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
5. Jahrgang - Update 06 (19.05.2010)
Erscheinungsweise: je nach Aktualität
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. TICKER-UPDATE: DEUTSCHLAND PROFITIERT VON JÜNGSTEN ENTWICKLUNGEN
02. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE


==============================================================
01. TICKER-UPDATE:
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Liebe Börsenfreunde,

die Ereignisse überschlagen sich und immer, wenn ich mir eine
Meinung über eine neue Meldung gebildet habe, folgt schon die
nächste Meldung, bevor ich dazu komme, meine Schlussfolgerungen
für Sie aufzuschreiben. Ich habe den Eindruck, dass derzeit
Fakten geschaffen werden, die uns die nächsten zwei / drei
Jahre beschäftigen werden. Viele Entscheidungen finde ich gut,
einiges ist in meinen Augen Humbug.

Zunächst ein kurzer Überblick:

Heute wurde gegen den Willen Englands entschieden, Hedgefonds
europaweit strengen Melde- und Aufsichtspflichten zu
unterwerfen. Das finde ich sinnvoll.

Heute hat sich die Regierungskoalition breitschlagen lassen,
eine Finanzmarkt-Transaktionssteuer global voranzutreiben. Das
halte ich für Humbug.

Heute hat die BaFin (Finanzaufsicht in Deutschland) ungedeckte
Leerverkäufe bei Kreditversicherungen (CDSs) und einigen Banken
verboten – ab heute um Mitternacht! Diese Entscheidung ist der
Grund für den Ausverkauf in den USA. Die Entscheidung finde ich
gut, der Ausverkauf wird meiner Ansicht nach kurzlebig sein.

DEUTSCHLAND PROFITIERT VON JÜNGSTEN ENTWICKLUNGEN

Was wir derzeit erleben, ist ein Wirtschaftskrieg. China hat
jahrelang die heimische Währung zu einem sehr niedrigen
Wechselkurs an den US-Dollar gebunden und konnte somit zur
„Werkbank der Welt“ avancieren. Wiederholten Aufforderungen des
IWF, den Yuan aufzuwerten, ist China nur halbherzig
nachgekommen. Nun werten die führenden Industrienationen ihre
jeweilige Währung eben nach bestem Können ab. Die USA betreiben
das schon seit langem. Durch das Versprechen von Frau Merkel,
den Griechen zu helfen, wurde der Mechanismus in Gang gesetzt,
der die EZB fast schon verpflichtet, Staatsanleihen aufzukaufen
und somit dem Pfad der USA zu folgen. Die Weichwährung Euro
wird für China und andere Schwellenländer ein Problem werden.

Deutschland kann bei dieser Entwicklung kurz- und mittelfristig
nur gewinnen. Entweder es gelingt, den Euro abzuwerten,
Deutschland wird dann auch 2010 und 2011 wieder
Exportweltmeister. Lediglich die Urlaube werden teurer und da
müssen wir Urlaubsweltmeister halt ein wenig zurückstecken, es
gibt ja auch noch schöne Strände innerhalb Europas. Wer in die
EU-Länder reist, wird nichts von der verlorenen internationalen
Kaufkraft seines Euros merken. Unsere exportorientierte
Wirtschaft wird jedoch dank der zurückgewonnenen
Wettbewerbsfähigkeit florieren, die Aktienkurse werden steigen.

Oder es gelingt nicht, den Euro abzuwerten, sondern die EU
kollabiert (ich kann mir das nicht vorstellen). Deutschland
würde dann wieder eine eigene Währung einführen und sofort
würde viel Kapital nach Deutschland fließen und unsere Aktien
würden als Anlageziel gesucht sein, die Aktienkurse würden
steigen.

Oder aber als dritte mögliche Entwicklung könnte Griechenland
seine Schulden „umstrukturieren“, wie ich es am vergangenen
Freitag beschrieben habe. Ein Teil der Staatsanleihen würde
dann nicht zurückgezahlt werden. Die Folge wäre ebenfalls ein
Geldstrom nach Deutschland, da Europäer ihr Geld im sicheren
Hafen anlegen würden.

Ich glaube, der Euro wird auf 1,15 USD/EUR fallen und über
einen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland mit steigenden
Steuereinnahmen werden die maroden Staatsfinanzen anderer EU-
Länder finanziert.

Die Alternative, ein dramatischer Einbruch des Euros, würde den
Rest der Welt mit nach unten ziehen, eine Weltwirtschaftskrise
stünde wieder auf der Liste der Möglichkeiten. Den dramatischen
Einbruch des Euros hatte ich am vergangenen Freitag noch als
ein mögliches Resultat eines Angriffs von Spekulanten auf den
Euro bezeichnet und bin daher relativ verhalten gewesen mit
meiner Prognose. Doch die heutigen Entwicklungen haben diese
Gefahr in meinen Augen gebannt.

Ziel der Aufsicht von Hedgefonds ist es, unkalkulierbare
Risiken aus der Welt zu schaffen. Unkalkulierbar ist all das,
was zu groß wird und nicht bekannt ist. Hedgefonds verwalten
derzeit weltweit etwa 1,2 Billionen USD und müssen bislang
niemandem Rechenschaft über ihre Strategie oder ihren Hebel
geben. Nicht selten wird mit einem Hebel von 100 gearbeitet.
Wenn diese Dinge bekannt sind, können entsprechende Risiken
besser abgeschätzt werden.

Immer wieder wird von Angriffen gesprochen. Hedgefonds, oder
häufig einfach deren automatisches Handelssystem,
identifizieren schwache Marktteilnehmer und wetten mit allem,
was sie mobilisieren können, dagegen – also auf fallende Kurse.
Die Möglichkeit ungedeckter Leerverkäufe führt dazu, dass die
ausgleichenden Kräfte des Marktes häufig außer Kraft gesetzt
wurden. Entsprechende Ausverkäufe fanden so schnell statt und
führten so schnell in den Ruin, dass den angegriffenen
Marktteilnehmern jede Chance der Einsicht und entsprechenden
Kursanpassung genommen wurde.

Das Verbot ungedeckter Leerverkäufe verhindert für die Zukunft
nicht, dass einige Länder erneut Misswirtschaft betreiben. Doch
Länder wie Portugal und Spanien könnten es vielleicht noch aus
eigener Kraft schaffen, wenn die Entwicklung der Bevölkerung
kommuniziert und ein entsprechender Rückhalt für Sparmaßnahmen
erzeugt werden kann. Oder andersherum: Auch Deutschland würde
in Schwierigkeiten kommen, wenn Spekulanten nach der
Rettungsaktion für Griechenland die Zahlungsfähigkeit der
gesamten EU in Frage stellen würden und entsprechend das
Zinsniveau in den Orbit trieben.

Insbesondere die großen Geschäftsbanken nehmen immer wieder
große Beträge der Staatsanleihen in die eigenen Bücher, um sie
dann über einen Zeitraum im Markt zu platzieren, oder teilweise
auch selbst zu behalten. So haben ja insbesondere die Banken
Frankreichs und der Schweiz große Beträge an
Griechenlandanleihen gekauft. Doch auf der anderen Seite
sichern sie sich gegen einen eventuellen Ausfall dieser Papiere
durch Credit Default Swaps „CDS“ ab. Vertragspartner für die
Geschäftsbanken bei diesen CDS sind häufig Versicherungen oder
auch Hedgefonds.

In den USA sieht man heute Abend das Verbot der ungedeckten
Leerverkäufe als Todesstoß für die Refinanzierungsmöglichkeiten
der EU-Staaten an: Keine Bank werde Staatsanleihen kaufen, wenn
auf der anderen Seite die Absicherung gegen das Ausfallrisiko
nicht oder nur schwer möglich ist, so die besorgten Kommentare,
die ich derzeit in den US-Medien höre und lese. Doch diese
vorschnelle Reaktion übersieht die Möglichkeit der Banken,
entsprechende Staatsanleihen vollständig an die EZB
weiterzugeben, denn die EZB kauft ja seit ein paar Tagen alle
Staatsanleihen auf, die ihr angeboten werden.

Doch Fakten stören die negative Stimmung nur und so wird heute
Abend (Dienstag) der Euro ausverkauft (Stand 22:00 Uhr: 1,22
USD/EUR) und das Verbot wird als vorschnelle Panikaktion der EU
interpretiert. Ich komme gleich zu den Hintergründen dieser
negativen Interpretation.

Also, hier nochmals meine Bewertung der Geschehnisse: Zusage
von Hilfen an Griechenland durch Frau Merkel: Dammbruch mit
gigantischen Folgen. Kurzfristig Verunsicherung, mittelfristig
Stabilisierung mit augenscheinlichem Wirtschaftswachstum und
langfristig: Betrug am Volk durch hohe Inflation.

Der Rettungsschirm über 750 Mrd. Euro war die konsequente
Aktion (und eben nicht Reaktion) vor möglichen Angriffen auf
weitere EU-Länder. Das Aufkaufen von Staatsanleihen durch die
EZB war ebenso die notwendige Folge aus Rettungsschirm und
Hilfszusage, damit sich das Ganze überhaupt finanzieren lässt.

Das Verbot von ungedeckten Leerverkäufen fordere ich übrigens
schon seit Jahren! Die langjährigen Leser unter Ihnen werden
sich erinnern, wie ich insbesondere in den Jahren 2007 und 2008
immer wieder dessen Einführung im Zusammenhang mit der
abgeschafften Uptick-Rule gefordert habe. Das Verbot ist in
meinen Augen also sinnvoll.

Die Aufsicht der Hedgefonds halte ich für überfällig.

Ach so, und dann war da noch die Vereinbarung der
Bundesregierung, eine Transaktionssteuer einführen zu WOLLEN.
Man ist sich einig, dass eine lokale, nationale oder auch nur
EU-weite Transaktionssteuer ihr Ziel verfehlen wird. Eine
Transaktionssteuer muss global eingeführt werden, und das ist
nicht durchsetzbar. Ich vermute, dass unter anderem auch die
USA niemals dafür gewonnen werden kann, denn die Effizienz
einer solchen Steuer ist höchst fragwürdig.

Eine solche Transaktionssteuer soll die Volatilität
(Schwankungsanfälligkeit) an den internationalen Finanzmärkten
mildern. Auf jede Transaktion müsste man bspw. 0,05% Steuern
zahlen. Für Privatanleger wäre das verschmerzbar, für die
automatischen Handelssysteme jedoch, die im Sekundentakt
Millionenbeträge drehen, um geringste Preisunterschiede
auszunutzen, würde eine solche Steuer jedoch empfindliche
Mehrkosten verursachen. Viele solcher Systeme würden
unprofitabel.

Empirische Beobachtungen, die in den vergangenen Jahren
unternommen wurden, haben jedoch gezeigt, dass eine
Transaktionssteuer aber genau das Gegenteil bewirkt: Dem Markt
wird Liquidität entzogen, weil eben genau die automatischen
Systeme, die stets als Kontraktpartner zur Verfügung stehen,
heruntergefahren würden und bei niedrigerem Handelsvolumen sind
die Kurse eben schwankungsanfälliger.

Ich halte diese Ankündigung für populistisch und unrealistisch.
SPD, Gründe und die Linke haben eine Beteiligung der Banken an
den Kosten der Finanzkrise gefordert und wie so häufig nach
einer guten Situationsanalyse und sinnvollen Forderung wird
gleich noch das zu verwendende Instrument mit in die Diskussion
eingebracht, was dann dazu führt, dass ein Problem mit einem
neuen Problem gelöst werden soll. Warum muss die Forderung nach
einer Beteiligung der Banken an der Finanzierung der Krise
gleich mit einem steuernden Instrument gekoppelt werden?

Alternativ zur Forderung der Transaktionssteuer kursiert die
Möglichkeit nach einer Gewinn- und Gehaltssteuer für Banken und
weitere Teilnehmer der Finanzbranche (Finanzaktivitätssteuer).
Auf diesem Wege könnte man einfach bei den erfolgreichen Banken
ein wenig Geld abschöpfen, um die Krise zu finanzieren, ohne in
die in vielen Bereichen funktionierenden Strukturen
einzugreifen. Und niemand hat etwas dagegen, wenn man parallel
auch regulierend eingreift, wie beispielsweise durch das Verbot
ungedeckter Leerverkäufe sowie die Beaufsichtigung von
Hedgefonds.

Soweit meine Situationsanalyse. Ich hoffe, dass sie noch
aktuell ist, wenn Sie dies lesen.

Wie geht’s also weiter?

Die EU wird in den nächsten zwei Jahren nicht
auseinanderbrechen. Was Spekulanten vergangene Woche noch
hätten erreichen können, einen katastrophalen Ausverkauf des
Euros, ist durch die heute beschlossenen Regeln nun kaum mehr
möglich. Somit wird sich die Situation bald wieder beruhigen.
Unternehmensergebnisse der vergangenen Wochen waren, ich
wiederhole mich, hervorragend. Anleger werden wieder Vertrauen
fassen und Aktien guter Unternehmen kaufen. Zumal diese häufig
wesentlich bessere Dividenden ausschütten, als an Zinsen bei
Staatsanleihen zu verdienen sind.

Von dieser mittelfristigen Entwicklung bin ich überzeugt. Eine
Rückkehr zum DAX 4.000 fürchte ich nicht. Die Gefahr eines
Double-Dips ist in meinen Augen gebannt.

Doch wann wird sich diese Erkenntnis durchsetzen? Und könnte es
zuvor nochmals turbulent werden? Könnte zuvor die Börse
nochmals gen Süden rauschen? Ja. Und nun komme ich zur weiter
oben angekündigten Interpretation der heutigen Panikreaktion
der US-Börsen auf das deutsche Verbot von ungedeckten
Leerverkäufen: Marktteilnehmer sind tierisch nervös. Und egal,
was derzeit an Meldungen veröffentlicht wird, die erste
Reaktion der Marktteilnehmer ist ein Verbergen der Gesichter in
den Händen mit dem Ausruf „Oh Gott, wie schlimm muss es in
Europa sein, dass nun dies oder das beschlossen werden
musste...“

Ich weiß nicht, was hinter dieser Angst steckt. Vielleicht sind
alle namhaft in den Medien auftretenden Meinungsmacher mit
ihrem persönlichen Vermögen short und müssen die Kurse nochmals
nach unten peitschen, um sich günstig eindecken zu können,
bevor die in meinen Augen bald folgende Rallye sich entfalten
kann? Vielleicht sind die Meinungsmacher auch zu dumm und ich
bin der Einzige, der die Situation durchschaut? Hmmm, bei allem
Selbstvertrauen, soweit will ich jedoch nicht gehen. Sagen wir
einfach, dass viele, die in den Medien auftreten, wie
beispielsweise heute gleich mehrfach Dr. Doom Nouriel Roubini,
gegenläufige Interessen vertreten.

Ist auch egal, was dahinter steckt ... ich beobachte zumindest,
dass die Angst noch nicht groß genug ist, um an den Börsen
einen tragfähigen Boden zu bilden. Es gibt noch immer zu viele
Anleger, die sich durch Schreckensszenarien zum Verkaufen ihrer
Aktien verleiten lassen. Und solange diese unsicheren Anleger
nicht aus dem Markt sind, werden wir keinen Boden sehen. Ich
fürchte also, dass wir kurzfristig noch einige turbulente Tage
erleben werden, mit durchaus nochmals heftigen Ausverkäufen.

Solche Tage sollten Sie meiner Ansicht nach jedoch zum Kaufen
nutzen. Lassen Sie sich nicht anstecken von den
Weltuntergangspropheten.

Ohh, jetzt fällt mir noch etwas ein: Warum erkennen die Amis
nicht, wie gut die gefundenen Lösungen hier in Europa sind?
Weil sich die EU-Minister gegenseitig die Augen aushacken. Was
gibt Europa denn für ein Bild ab: Insbesondere in Deutschland
wird alles schlecht geredet und immer wieder wird die Forderung
nach einer D-Mark II laut. Wie sollen die Amis denn Vertrauen
in die gefundenen Lösungen haben, wenn wir selbst nicht daran
zu glauben scheinen? Ja, vielleicht steckt das hinter dem
heutigen Ausverkauf in den USA.

Telegramm an die Wallstreet: So gehen „Freunde in der alten
Welt“ miteinander um. Mit allen Mitteln bis zuletzt für die
eigene Überzeugung stehen, ohne das Fundament der Freundschaft,
nämlich die EU und den Euro, in Frage zu stellen.

Also: Kurzfristig turbulent, mittelfristig steigende Kurse. Und
langfristig?

Für das langfristige Szenario gibt es noch zwei Möglichkeiten,
wobei ich mich bereits für die leider schlechte Variante
festlegen möchte: Derzeit wird die EZB durch das Ankaufen von
Staatsanleihen Geld in Umlauf bringen, das sich mit einer
zeitlichen Verzögerung dann inflationär auswirken könnte.
Könnte, denn es besteht die Möglichkeit für die EZB, dieses
Geld rechtzeitig wieder abzuziehen. Man kann so etwas genau
berechnen und anhand einer Vielzahl von Statistiken, die der
EZB vorliegen, verfolgen. An einem Tag X muss die EZB das
Aufkaufen von Staatsanleihen beenden (ich vermute in ein bis
zwei Jahren) und an einem Tag Y muss die EZB dann beginnen, die
im eigenen Bestand befindlichen Staatsanleihen wieder an die
Banken zurückzuverkaufen, um den Banken die entsprechende
Liquidität abzuziehen.

Bis zu diesem Zeitpunkt müsste die Konjunktur richtig gut in
Fahrt sein, so dass die EU-Binnenwirtschaft auch mit weniger
Liquidität weiter brummt. Sollte die EU-Wirtschaft zu diesem
Zeitpunkt Y, ich vermute in zwei bis drei Jahren, noch nicht
brummen, so wird man der EZB vorwerfen, durch solche Maßnahmen
die Konjunktur abzuwürgen. Es wäre „unverantwortlich“, die EU-
Konjunktur durch solche geldpolitischen Maßnahmen in eine
Rezession zu schicken. Und wer wird sich in drei Jahren noch
daran erinnern, dass der EZB weiterhin die politische
Unabhängigkeit versprochen wurde. Sie würde zum Buhmann
abgestempelt und es wäre das erste Mal, wenn sie diesen
Angriffen standhalten könnte.

Die Möglichkeit besteht und vielleicht kommen wir so
tatsächlich zurück zu einer stabilen heimischen Währung und zu
einer erfolgreichen Haushaltskonsolidierungen. Doch die
Erfahrung spricht eine andere Sprache: Es wird wohl eher nicht
gelingen und die EZB wird dann lieber eine Inflation zulassen,
um dem Druck der Politik nachzugeben.

So würde dann übrigens auch China weiter zurückgedrängt, denn
Inflation führt zu einer weiteren Abwertung des Euros, was die
Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen steigert. Importe
aus China werden teurer und unsere Binnenwirtschaft wird
gestärkt. Die Kurse steigen dann weiter, so auch
Immobilienpreise und das Gold. Wer verliert?

Unsere Rentner und Pensionäre, die von ihren Lebensersparnissen
leben. Selbst wenn ein Inflationsausgleich bei den Renten
vereinbart ist, so erfolgt dieser stets erst nachträglich mit
einer zeitlichen Verzögerung. Die Preise steigen schneller, als
die Renten angepasst werden. Der einfache Sparer, der sich mit
der mageren Verzinsung seines Sparbuchs / -plans oder von
Staatsanleihen zufrieden gibt, wird sein Vermögen nicht im
Gleichschritt mit der Inflation mehren können.

Eigentlich ein vertretbarer Preis für die Bekämpfung der
Probleme von heute, könnte man meinen. Doch wehret den
Anfängen: Wir haben hier eine Entwicklung losgetreten, die
geschichtlich betrachtet latent gefährdet ist, außer Kontrolle
zugeraten. Dieser Gefahr sind wir mit unserer stabilen D-Mark
und dem Wunsch nach einem stabilen Euro entgegengetreten. Die
anderen EU-Länder haben uns überstimmt. Wir werden meiner
Ansicht nach Inflation bekommen, das Rad wird sich immer
schneller drehen und im Laufe der nächsten Jahre werden die
benachteiligt, die nichts unternehmen.

Wer hingegen aktiv am Ball bleibt, Aktien kauft, eine Immobilie
sein eigen nennt und ein paar Goldbarren im Garten vergraben
kann, der wird auch die nächsten Jahre nicht in Armut
abdriften.

So, nun ist es spät und die Gedanken sind sehr weit gegangen.
Bevor ich dies versende, werde ich mir den Artikel morgen früh
nochmals durchlesen.


Take share,

Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.


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02. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Es tut mir Leid, dass im Heibel-Ticker nicht die viel
versprechenden neuen Regeln der Rechtschreibreform
berücksichtigt werden, aber ich müßte Kopf stehen, um
diese zu verstehen.


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Heibel-Ticker Ende
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Zuletzt gepostet: 20/May/2010 16h01

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