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Kapsch TrafficCom AG: Ergebnis für die ersten drei Quartale 2023/24.

21.02.2024 / 07:15 CET/CEST
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Kapsch TrafficCom – Ergebnis für die ersten drei Quartale 2023/24.

Highlights.

  • Ausgewiesener Umsatz mit EUR 400 Mio. durch Kundengutschrift und Wertberichtigungen von Margen für angearbeitete Projekte um 4 % unter Vorjahr.
  • Mittelzufluss aus Einigung in Deutschland verbesserte Finanz-, Vermögens- und Ertragslage signifikant.
  • Operatives Ergebnis (EBIT) stieg auf EUR 70 Mio.
  • Erfolgreiche Abarbeitung bestehender und zahlreiche neue Projekte sollten demnächst in Umsatz, Ergebnis und Liquidität sichtbar werden.
  • Ausblick Geschäftsjahr 2023/24: Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und signifikante EBIT-Verbesserung; weitere größere Projekt-Vergaben erwartet.

„Obwohl wir nach wie vor relativ hohe Wertberichtigungen aus alten Aufträgen hatten, gelang es, das Ergebnis zu stabilisieren. Aufgrund einer wesentlichen Verbesserung unserer Organisation und unserer Prozesse sehen wir eine drastische Einschränkung der Notwendigkeit von Wertberichtigungen in der Zukunft. Sowohl Produktqualität als auch eine entsprechend niedrigere Kostenbasis werden nicht nur unsere Ergebnisse verbessern, sondern auch unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern“, so Georg Kapsch, CEO von Kapsch TrafficCom.

Wenn nicht anders angegeben, alle Werte in EUR Mio.   Q1-Q3
2022/23
  Q1-Q3
2023/24
  +/-
Umsatz   414,4   400,0   -3,5 %
EBIT   9,8   70,0   >+500 %
  EBIT-Marge   2,4 %   17,5 %   +15,2 PP
Periodenergebnis, den Anteilseignern zurechenbar   2,3   38,3   >+500 %
Ergebnis je Aktie (EUR)   0,18   2,95   >+500 %


Wien, 21. Februar 2024 – In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2023/24 erzielte die Kapsch TrafficCom Group entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft. Wenngleich sich die Entwicklungen noch nicht vollumfänglich in Umsatz und Ergebnis zeigen, sieht das Management einen Wendepunkt erreicht, der sich künftig auch in den Ergebnissen und der Liquidität widerspiegeln sollte.
 

Wesentliche Ereignisse und Projektentwicklungen.

Ein bedeutender Meilenstein war im Juli die Einigung in dem Schiedsverfahren des Joint Ventures autoTicket mit der Bundesrepublik Deutschland. Sie führte bislang zu einem Mittelzufluss von EUR 79 Mio., der sich mit EUR 72 Mio. im EBIT zeigte und die Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten im Ausmaß von EUR 63 Mio. ermöglichte.

Zudem hatte Kapsch TrafficCom bereits im Mai mit ihren wesentlichen Finanzgläubigern eine Finanzierungs-Restrukturierung vereinbart, die die Finanzierungsstruktur auf eine längerfristige Basis stellt. Entsprechend dieser Vereinbarung führte Kapsch TrafficCom im November eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von 10 % des bestehenden Grundkapitals durch, die mit aliquoter Beteiligung des Hauptaktionärs KAPSCH-Group Beteiligungs GmbH erfolgreich platziert wurde. Die 1.300.000 jungen Aktien werden seit 24. November an der Wiener Börse gehandelt, die Anzahl der Aktien erhöhte sich damit auf 14.300.000 Stück.

Andreas Hämmerle ist im Berichtszeitraum nach knapp drei für Kapsch TrafficCom herausfordernden und ereignisreichen Jahren und nach Abschluss wesentlicher Milestones in bestem Einvernehmen aus dem Vorstand und als CFO ausgeschieden. „Andreas Hämmerle hat dazu beigetragen, Kapsch TrafficCom aus einer herausfordernden Lage in nun ruhigere Gewässer zu manövrieren und auf die Zukunft auszurichten. Ich bedanke mich für den sehr hohen persönlichen Einsatz, den Andreas Hämmerle für Kapsch TrafficCom geleistet hat, und wünsche ihm das Allerbeste“, so Franz Semmernegg, Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Operativ konnte Kapsch TrafficCom bestehende Projekte erfolgreich weiterentwickeln und einige Errichtungsprojekte in den Betrieb überführen. In Südafrika wurde der Betrieb des Mautsystems in der Provinz Gauteng erneut bis Juni 2024 verlängert.

Zahlreiche Neuaufträge bestätigen nicht nur die zunehmende Marktdynamik, sie weisen auch den Weg in die Zukunft der Straße, mit Tolling Services und vernetzter Mobilität: Im Bereich Maut erhielt Kapsch TrafficCom im Rahmen eines Joint Ventures den Auftrag eines Schweizer Mautservice-Anbieters für Fahrzeugausrüstung, Datenerfassung der Lkws und Kundenservice für zumindest acht Jahre. Im Bereich Verkehrsmanagement wurde Kapsch TrafficCom beauftragt, in einem Autobahnprojekt in Deutschland ein Cooperative Intelligent Transport System (C-ITS) mit Hard- und Software für Baustellenbereiche umzusetzen und anschließend bis zu 12 Jahre zu betreiben.

Ertragslage.

In den Kennzahlen der ersten drei Quartale 2023/24 sind die beschriebenen Entwicklungen nur zum Teil sichtbar. Der Umsatz lag mit EUR 400 Mio. um 4 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres von EUR 414 Mio. Zu diesem Rückgang trug unter anderem eine im ersten Quartal erfolgte Kundengutschrift in Höhe von EUR 6 Mio. bei. Im dritten Quartal konnte Kapsch TrafficCom zwar durch gute Projektfortschritte einen höheren fakturierten Umsatz erzielen, der zu einem entsprechenden Mittelzufluss führt. Dieser wurde jedoch durch Umsatzabgrenzungen aus angearbeiteten Aufträgen der Vergangenheit sowie durch Margenwertberichtigungen um EUR 18 Mio. reduziert (Q3 2022/23: EUR +3 Mio.).

Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) erhöhte sich von EUR 10 Mio. im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf EUR 70 Mio. In diesem signifikanten Anstieg sind insbesondere folgende Effekte enthalten:

  • Die Sondereffekte aus der Einigung in Deutschland führten zu einem Anstieg des EBIT um EUR 72 Mio.
  • Nachdem mit einem Kunden eine Einigung betreffend überfällige Forderungen erzielt wurde, erfolgte eine Gutschrift (Umsatzreduktion), gegenläufig konnte die Wertberichtigung für diese Forderungen aufgelöst werden und führte zu einem positiven Ergebniseffekt in Höhe von EUR 5 Mio.
  • Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 5 Mio. an, beeinflusst durch ungünstige Währungskursentwicklungen sowie Inflationsanpassungen.
  • Personalkosten gingen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 9 Mio. zurück, im Wesentlichen durch den Rückgang des Mitarbeiterstandes.
  • Einige Errichtungsprojekte in den USA sowie in anderen Regionen verzeichneten aufgrund gestiegener Kosten und daraus resultierenden Wertberichtigungen eine Margenverschlechterung. Das EBIT wurde dadurch im Ausmaß von insgesamt EUR 19 Mio. (Vorjahr: EUR 8 Mio.) belastet. Mit fortschreitender Abarbeitung der entsprechenden Projekte sollten diese Schwierigkeiten im Laufe des Jahres weitestgehend abgeschlossen sein.

Bereinigt um die Effekte der Einigung in Deutschland, der Kundengutschrift und der Projektmargenanpassungen wäre das EBIT für die ersten drei Quartale bei insgesamt EUR 13 Mio. gelegen.

Das Finanzergebnis ging in den ersten drei Quartalen 2023/24 auf EUR -23 Mio. zurück (Vorjahr: EUR -5 Mio.), vor allem aufgrund eines höheren Zinsaufwands, Einmalkosten im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Finanzierung sowie Effekten aus Wechselkursveränderungen. Künftig geht Kapsch TrafficCom von einem deutlich geringeren Zinsaufwand aus, da einerseits die Finanzverbindlichkeiten signifikant reduziert werden konnten und andererseits die hohen Einmalkosten für die Refinanzierung nicht mehr anfallen werden.

Das den Anteilseignern zurechenbare Periodenergebnis stieg auf EUR 38 Mio. verglichen mit EUR 2 Mio. im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie lag bei EUR 2,95 (Vorjahr: EUR 0,18).

Segmententwicklung.

Im Segment Maut ging der Umsatz im Vorjahresvergleich von EUR 304 Mio. auf EUR 282 Mio. zurück, wobei EUR 6 Mio. davon auf die Kundengutschrift entfielen. Der Anteil am Gesamtumsatz lag somit bei 70 %. Das EBIT betrug EUR 58 Mio. nach EUR -2 Mio. im Vorjahreszeitraum. Der enorme Anstieg spiegelt den Effekt aus der Einigung in Deutschland wider, jedoch dämpfte vor allem die Margenverschlechterung in Errichtungsprojekten die Entwicklung deutlich.

Das Segment Verkehrsmanagement verzeichnete einen Umsatzzuwachs von EUR 111 Mio. auf EUR 118 Mio., der Anteil am Gesamtumsatz erhöhte sich auf 30 %. Das EBIT konnte von EUR 12 Mio. auf EUR 13 Mio. gesteigert werden.

Regional gesehen lag der Umsatz in den vergangenen neun Monaten in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) leicht über dem Vorjahresniveau, in den Regionen Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika) und Asien-Pazifik war ein Rückgang um 9 % bzw. 7 % zu verzeichnen.

Finanz- und Vermögenslage.

Der Free Cashflow betrug in den ersten drei Quartalen EUR 49 Mio. nach EUR 2 Mio. im Vorjahreszeitraum. Zu diesem Anstieg trug vor allem der Ergebnisanstieg bei, während das Nettoumlaufvermögen im Berichtszeitraum im Zusammenhang mit den fakturierten angearbeiteten Umsätzen um EUR 7 Mio. reduziert werden konnte.

In der Bilanz erhöhten sich aktivseitig die kurzfristigen Vermögenswerte, vor allem durch die gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die kurzfristigen Vertragsvermögenswerte konnten aufgrund der erwähnten Fakturierung von angearbeiteten Projekten um EUR 11 Mio. reduziert werden. Die Passivseite ist gekennzeichnet von dem signifikanten Anstieg des Eigenkapitals um 90 % auf EUR 97 Mio. und einer Verschiebung der Verbindlichkeitenstruktur von kurz- zu langfristigen Schulden, den geleisteten Rückzahlungen von Finanzverbindlichkeiten sowie einem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Eigenkapitalquote stieg somit per 31. Dezember auf 20 % nach 11 % zum 31. März 2023. Die Nettoverschuldung verringerte sich von EUR 186 Mio. auf EUR 134 Mio. Dadurch konnte der Verschuldungsgrad deutlich reduziert werden und lag bei 138 % nach 363 % zum Ende des Geschäftsjahres.

Ausblick.

Kapsch TrafficCom konnte im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres zahlreiche Neuprojekte gewinnen, die eine profunde Basis für weiteres Wachstum bilden und auch strategische Bedeutung haben. Zudem stehen noch weitere Projekt-Ausschreibungen vor der Vergabe. Kapsch TrafficCom sieht darin die Zunahme der Marktdynamik bestätigt.

Die erfolgte Einigung in Deutschland führte zu einer signifikanten Verbesserung des operativen Ergebnisses und der Finanzkennzahlen. Darauf aufbauend liegt der Fokus weiterhin auf konsequentem Kosten- und Liquiditätsmanagement, auf der Verbesserung der Finanzkennzahlen sowie auf Neugeschäft.

Für das Geschäftsjahr 2023/24 erwartet der Vorstand unverändert ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und eine signifikante Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT).
 

Den „Highlight-Bericht“ über die ersten drei Quartale 2023/24 sowie weitere Materialien zu den Ergebnissen finden Sie heute, voraussichtlich ab 7:35 Uhr (MESZ), unter: www.kapsch.net/ir

 

Kapsch TrafficCom ist ein weltweit anerkannter Anbieter von Verkehrslösungen für nachhaltige Mobilität, mit Projekterfolgen in mehr als 50 Ländern. Innovative Lösungen in den Anwendungsbereichen Maut, Mautdienstleistungen, Verkehrsmanagement und Demand Management tragen zu einer gesünderen Welt ohne Staus bei.

Mit One-Stop-Shop-Lösungen deckt das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette der Kunden ab, von Komponenten über Design bis zu der Implementierung und dem Betrieb von Systemen.

Kapsch TrafficCom, mit Hauptsitz in Wien, verfügt über Tochtergesellschaften und Niederlassungen in mehr als 25 Ländern und notiert im Segment Prime Market der Wiener Börse (Symbol: KTCG). Im Geschäftsjahr 2022/23 erwirtschafteten 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Umsatz von rund EUR 553 Mio.

 

Pressekontakte: 

Carolin Treichl
Executive Vice President
Marketing & Communications
Kapsch AG
Am Europlatz 2
1120 Wien, Österreich
T +43 50 811 1710
carolin.treichl@kapsch.net


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Head of Corporate Communications
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Investorenkontakt:
 
Marcus Handl, Valerie Riegler
Investor Relations Team
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