STUTTGART/ÜBERLINGEN (dpa-AFX) - Der Rechtsstreit um den EnBW
-Aktiendeal könnte sich zuspitzen: Nach der Klage des Landes
gegen den französischen Energiekonzern EDF hat der
EnBW-Großaktionär OEW seinerseits mit rechtlichen Schritten gedroht.
"Wir werden jetzt alle Schritte in die Wege leiten, die unsere
Rechtsposition wahren und Schaden abwenden", sagte OEW-Chef Heinz
Seiffert am Freitag laut einer Mitteilung bei einer Versammlung des
Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) in Überlingen.
Man sei über den Inhalt der Klage "höchst befremdet". "Unter diesen
Umständen sehe ich die bisher sachliche Zusammenarbeit gefährdet." Die
Klage sei überflüssig und zudem für die EnBW schädlich.
Das Land als inzwischen wieder zweiter Großaktionär neben der OEW
beim Karlsruher Energieversorger EnBW hatte eine Schadenersatzklage beim
Schiedsgerichtshof der internationalen Handelskammer in Paris gegen EDF
eingereicht. Denn es ist der Meinung, dass der damalige
baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) Ende 2010
der EDF zu viel für die 45 Prozent an der EnBW gezahlt hat. Das
Finanzministerium hatte den Schadenersatz auf über zwei Milliarden Euro
beziffert.
Das Land droht auch mit einem Ausstieg aus dem Konzern. Die
Landesregierung will so die EDF zwingen, einen Teil des Kaufpreises in
Höhe von 4,7 Milliarden Euro dem Land zurückzuerstatten./rob/DP/wiz
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